Amnesty International Gruppe Baden-Baden

Impressum | Login

Gruppe Baden-Baden

StartseiteVerlauf

Was ist auf dem Bild zu sehen?

08.11.2015

SOS EUROPA: ERST MENSCHEN, DANN GRENZEN SCHÜTZEN!

Weltweit sind fast 60 Millionen Menschen auf der Flucht - so viele wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr. Sie fliehen vor Krieg, Gewalt und bitterer Armut und hoffen, in Europa Schutz zu finden und ein neues Leben beginnen zu können. Diese Menschen brauchen unsere Hilfe!

Die Flucht nach Europa ist lebensgefährlich: 2014 starben allein auf dem Mittelmeer über 3.500 Menschen bei dem Versuch, in die EU zu gelangen. Andere ersticken auf dem Landweg in überfüllten LKW-Anhängern, werden an den EU-Außengrenzen misshandelt oder ohne Prüfung von Asylgründen zurückgeschickt. Die EU und ihre Mitgliedsstaaten sind mitverantwortlich für diese Toten: Sie haben eine immer unbezwingbarere Festung geschaffen, um sich gegen Migrantinnen und Migranten abzuschotten. Flüchtlinge sind daher gezwungen, gefährliche Wege auf sich zu nehmen - viel zu oft mit tödlichen Folgen. Die Hauptverantwortung beim Schutz von Flüchtlingen tragen bislang diejenigen Staaten, die ohnehin schon wenig haben: 86 Prozent der Flüchtlinge werden von Entwicklungsländern aufgenommen. In die EU und nach Deutschland kommen nur vergleichsweise wenige: 2014 haben die Türkei, Pakistan, Libanon, Iran, Äthiopien und Jordanien die meisten Flüchtlinge aufgenommen. Deutschland und andere EU-Staaten müssen mehr Flüchtlinge aufnehmen und sie menschenwürdig behandeln. Sie müssen faire und zügige Asylverfahren gewährleisten und denjenigen, die nicht in ihre Heimat zurückkehren können, eine Perspektive bieten.

DIE FLÜCHTLINGSARBEIT VON AMNESTY INTERNATIONAL

WAS FORDERT AMNESTY INTERNATIONAL?

Amnesty kämpft seit Jahren für eine Neuausrichtung des Flüchtlingsschutzes in Europa, damit das Menschenrecht auf Asyl (Artikel 14 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte) auch tatsächlich für alle Schutzbedürftigen umgesetzt wird. Ein wichtiger Aspekt ist hierbei die Situation an den EU-Außengrenzen. Durch konsequente Abschottung an den Grenzen, werden Flüchtlinge gezwungen lebensgefährliche Routen über das Mittelmeer nach Italien oder Griechenland zu nehmen. Wir setzen uns deshalb für ein starkes Seenotrettungsprogramm auf dem Mittelmeer ein, damit die Fahrt weniger gefährlich wird. Eine weitere wichtige Forderung von uns ist, dass Flüchtlinge sichere und legale Zugangswege in die EU haben müssen, damit sie ihr Leben auf dem Weg nach Europa erst gar nicht riskieren müssen. An den EU-Grenzen müssen Schutzsuchende einen Zugang zu einem individualisierten Asylverfahren haben. Außerdem setzten wir uns gegen Kooperationen mit Drittstaaten bei der Einwanderungskontrolle ein, wenn die Einhaltung der Menschenrechte nicht garantiert ist.

DIE FLÜCHTLINGSARBEIT VON AMNESTY INTERNATIONAL IN DEUTSCHLAND

Auch in Deutschland setzen wir uns stets für die Verbesserung des Flüchtlingsschutzes ein. Wir sprechen uns zum Beispiel gegen das Konzept der "sicheren Herkunftsstaaten" aus, fordern die Abschaffung des Asylbewerberleistungsgesetzes und setzen uns für mehr Plätze im Rahmen des Neuansiedlungsprogramms (Resettlement) der Vereinten Nationen ein. Um diesen Forderungen Nachdruck zu verleihen verfassen wir Stellungnahmen zu Gesetzesentwürfen, organisieren Veranstaltungen und appellieren in Petitionen an Politikerinnen und Politiker. Ganz konkret unterstützen wir Flüchtlinge durch Asylberatungen, die in rund 30 Bezirken in ganz Deutschland angeboten werden. In diesen ehrenamtlichen Rechtsberatungen können sich Asylsuchende über den Ablauf des Asylverfahrens und den Stand des eigenen Verfahrens informieren. In bestimmten Fällen kann die Asylgruppe den Asylsuchenden als Einzelfall betreuen und es können Anwaltskosten übernommen werden. Den Mitgliedern der Asylgruppen werden jährlich mehrere Schulungsseminare angeboten; daneben gibt es für sie regelmäßige Arbeitstreffen. Außerdem erstellt Amnesty International auf Anfrage von Verwaltungsgerichten Gutachten zu der Menschenrechtslage in einem Herkunftsland. Diese Gutachten können helfen, die Gerichtsentscheidungen qualitativ zu verbessern und einen Abschiebeschutz herbeizuführen.

Weitere Infos und Aktionsmöglichkeiten: http://www.amnesty.de/sos-europa-erst-menschen-dann-grenzen-schuetzen