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11.12.2018

70 Jahre Allgemeine Erklärung der Menschenrechte
Am 9. Dezember 2018 fand in der Spitalkirche an der Caracalla-Therme ein Gottesdienst statt, in der 11 Artikel
der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte thematisiert wurden.



„Es ist besser, eine Kerze anzuzünden, als die Dunkelheit zu verfluchen.“


Hier ist der Nachbericht zum Gottesdienst:

Das Symbol für Amnesty International ist weltweit eine brennende Kerze, die mit Stacheldraht umwickelt ist. Jedes Jahr am 10. Dezember zünden Mitglieder der Menschenrechtsorganisation Kerzen an für all jene, die scheinbar vergessen sind und für die sie sich einsetzen. Die Geschichte von Amnesty International ist eng verbunden mit der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, die heute vor 70 Jahren von den Vereinten Nationen in Paris verabschiedet wurde. Diese bildet die Grundlage für die Arbeit der Organisation, die Anfang 1961 ihren Anfang nahm.
Die Kerze ist ein christliches Zeichen für Hoffnung: Am 2. Adventssonntag gestaltete Pfarrer Timo Vocke von der altkatholischen Gemeinde mit Mitgliedern der Baden-Badener Gruppe von Amnesty International einen gemeinsamen Gottesdienst in der Spitalkirche. Der Jahrestag war Anlass, an die Menschenrechte zu erinnern und dazu aufzurufen, die Ungerechtigkeit in der Welt zu einem persönlichen Anliegen zu machen, sich für diese Rechte einzusetzen und sie zu verteidigen. In der gut besuchten Spitalkirche waren elf der 30 Menschenrechtsartikel an den Wänden zum Nachlesen angebracht.
Markus Widorski, Vorstandsmitglied von Amnesty International in der Schweiz, gab einen Überblick über Aufgaben und Ziele der Organisation. Er berichtete von seinem Besuch im Frühjahr bei der türkischen Sektion: Es sei eine einschneidende Erfahrung für ihn gewesen, an einer Mitgliederversammlung teilzunehmen, wo gut ein Drittel der Anwesenden wegen ihrer Überzeugung schon einmal im Gefängnis waren.
Bei der Lesung trug Martina Deiters Auszüge aus dem Brief des äthiopischen Journalisten Eskinde Nega an die Unterstützer von Amnesty International vor, der im Frühjahr 2018 nach sechs Jahren Haft entlassen wurde. Er war bereits neunmal im Gefängnis, und dies nur, weil er als Journalist arbeitet. Die Fürbitten, die jede ein anderes Menschenrecht zum Inhalt hatten, trugen die einzelnen Mitglieder der Gruppe vor.


In der Spitalkirche befindet sich schon seit vielen Jahren ein Informationsstand von Amnesty International. Dort sind Informationen über die Arbeit von und mit Amnesty ausgelegt, Unterschriftsaktionen und Material zu aktuellen Kampagnen. Im Vorfeld des Jahrestages der Menschenrechte konnten die Besucher an einer Mitmach-Aktion am Stand teilnehmen: „Was bedeuten die Menschenrechte für Dich? Welche sind Dir wichtig?“ – Einige der zahlreich eingegangenen internationalen Antworten wurden von der Initiatorin Annekatrin Kemmner im Wechsel mit Timo Vocke vorgelesen. Die Freiheit wurde bei dieser Aktion als wichtigstes Menschenrecht benannt, gefolgt vom Wunsch nach Frieden („Kein Krieg mehr!“)


Timo Vocke beendete den Gottesdienst mit dem Dank an die Mitglieder von Amnesty International für den Einblick in ihre Arbeit und der Zusicherung, die altkatholische Gemeinde werde dieses wichtige Tun weiterhin unterstützen. „Die Feier zum 70jährigen Jubiläum bedeutet kein Ausruhen, sondern einen Auftrag, der unser Denken und Handeln auf den Prüfstein stellt.

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